Am Ende des Blogeintrages erfahren Sie, wie scharfbitter wählt!
Anläßlich der Bundestagswahl darf meine kleine Tochter heute den Anfang der Tagesschau gucken. Normalerweise fängt es ja mit Toten oder Verwundeten oder Verprügelten an, aber zu Wahlkampfzeiten... darf der Iran beginnen - noch sehen die Bilder von dort ja ganz friedlich aus, aber wir haben sie gewarnt!
Danach kommt der Wahlkampf in den letzten Zügen.
Kurz und kindgerecht erklärt: Wir wählen morgen 500 Leute, die dann im Bundestag (da hinter dem Sprecher) im Plenarsaal (da hinter dem Sprecher) sitzen und der Regierung sagen, was sie tun soll.
Als nächste zeigt die Tagesschau eine Demo protestierender Werftarbeiter.
Meine Tochter bringt das Elend der Demokratie auf den Punkt: "Das sind natürlich mehr als 500 Leute."
Hier folgt nun nach derzeitiger allgemeiner Medienverschwörung ein Aufruf an Alle, doch bitteschön morgen wählen zu gehen.
Warum, habe ich verstanden. "Das ist wichtig." Konservative fügen noch "für unser Land" hinzu.
Warum allerdings derzeit wirklich jeder diese Banalität seinen eigenen hinzufügt, finde ich unverständlich. Parteipolitisch ist es für alle ausser dem voraussichtlichen Sieger geradezu schädlich, da mit dem Aufruf statistisch gesehen vor allem die Anhänger der anderen, allen voraus des späteren Siegers, mobilisiert werden. Als Vertreter oder Anhänger der "kleineren" Parteien sollte man den Aufruf vernünftigerweise unterlassen.
Als Raab-Zuschauer des heutigen Abends ("TV total Bundestag") kann ich es mir dann aber angesichts der Größe der "Kleinen" doch nicht verkneifen:
Liebe Leser, geht wählen!
Das "amtliche" Endergebnis:
Union 26,6 %
Die Linke 20,5 %
FDP 19,9 %
SPD 17,7 %
Die Grünen 15,4 %
Im Übrigen wähle ich genau wie Stefan Raab - in leicht gebückter Haltung an einem Tisch in der Wahlkabine.