In der südfranzösischen Atomanlage Marcoule nahe Avignon ... Hey, da war ich schon. In Avignon. An der Straße entlang des Atomkraftwerkes, ein riesiger Komplex von mehreren Kilometern Ausdehnung, stehen lustige Erklärungstafeln im Comic-Style, die der vorbeireisenden Menschheit den Vorteil der friedlichen und unfriedlichen Atomkraftnutzung erläutern. Und warum man stolz sein kann/sollte/muss, Franzose zu sein.) .... gab es am Montag eine Explosion. Es gab einen Toten, vier weitere Personen zum Teil schwer verletzt.
Strahlung ist nicht ausgetreten, bestätigen die Atomaufsicht, das Umweltministerium, die Polizei, nachmessende Umweltaktivisten und die interviewte Bevölkerung.
Man kann es reglrecht hören: "Zu keinem Zeitpunkt bestand Gefahr für die Gesundheit ..."
Die Umweltministerin(!) persönlich prägt das Wort "Industrieunfall", ausdrücklich im Unterschied zu Atomunfall.
Ohne wirklich ausreichend Informationen zu haben bitte ich das geneigte denkende Publikum sich einmal vorzustellen, wie es im Inneren des Gebäudes aussieht. Austretende Strahlung hin oder her.
Da hat man einen Schmelzofen, in dem strahlender Abfall auf Tausende Grad erhitzt wird, um ihn zu Castor-Fähigen Kokillen zu formen. Ein paar Hundert Kilogramm heißglühender flüssiger atomarer Abfall EXPLODIEREN. Mit Halbwertszeiten zwischen zig Jahren (z.B. Cäsium und Strontium), Tausenden Jahren (z.B. Radium oder der bekannte Kohlenstoff C14) bis zu Hundertausenden oder gar Millionen Jahren (Plutonium, Uran). Das meiste davon, abgesehen von der Strahlung, so GIFTIG, das ein paar Zehntelgramm Millionen Liter Trinkwasser verseuchen können. Klebt jetzt (vermutlich, wie gesagt, mangels Informationen kann man es sich ja nur vorstellen) überall rum.
Das Gebäude ist intakt, Hurra. Aber wer will bzw. kann jemals wieder die Tür aufmachen?
Na ja, ein atomarer Zwischnfall war das wohl nicht, oder?