Also 100 Millionen Euro soll er kriegen, der Herr Wendelin Wiedeking. Man könnte natürlich ausrechnen, wie hoch das aufeinandergestapelt in 10-Euro-Scheinen wäre, oder wie hoch die Gehaltserhöhung für die 8.500 Porschemitarbeiter ausfallen könnte. Interessant auch, wieviele Euronen er in den Paar Minuten verdient hat, während er zum ersten Mal diese Nachricht in der Frühstückszeitung las.
Noch interessanter die Frage, warum in aller Welt geben sie ihm soviel Kohle?
Nach allem, was man so hört hat er doch eigentlich voll versagt, so ca. 10 Milliarden Euro Schulden sind aufgelaufen, die schöne Familienfirma ist futsch und wird an die Russen verscherbelt, ach nee, das war ja Opel, Porsche geht an die Saudis oder so.
Also, warum in aller Welt geben sie ihm soviel Kohle?
Eigentlich ist es ganz einfach: Die Eigentümer haben einen Riesenschiss, dass er einfach weitermacht. Der Topmanagervertrag läuft nämlich noch zwei Jahre, da könnte noch allerhand schief gehen.
Zum Beispiel könnte Herr Wiedeking noch einmal versuchen, VW zu kaufen. Und weil Schwanz-mit-Hund-wackeln nicht ausgereicht hat, wird er gleich noch Opel und BMW und Daimler mitnehmen. Schwanz wackelt mit Rudel. Natürlich klappt das nicht.
Porsche hat dann noch mehr Schulden, sagen wir mal 100 Milliarden.
Die Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen beschließen zusammen, die Porsch-Autoindustrie analog zum VW-Gesetz zu retten. Die Porsche-Autoindustrie wird verstaatlicht (wer könnte sonst schon 100 Milliarden blechen), nur 20% verbleiben im Besitz der Familien Porsche und Piech. Wegen der 20% müssen sie allerdings Wiedeking behalten, da sein Vertrag noch ein weiteres Jahr läuft. Sie bieten ihm 10 Milliarden Abfindung - um Schlimmeres zu verhindern.
Wiedeking bleibt. Er versucht nun, die Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen zu kaufen.
Porsche hat dann noch mehr Schulden, sagen wir mal 2 Billionen. Jetzt muss der Bund eingreifen. Es wird ein Bad-Konzern geggründet, der alle Arbeitnehmer in seinen Büchern auf Kurzarbeit führt (nur bis 69 Jahre).
Herr Wiedeking erhält 10 Jahre lang die gesamten Steuereinnahmen des Bundes als Abfindung.
Diesmal nimmt er die Kohle, sein Vertrag ist schließlich grade abgelaufen.
Wie man sieht, kommen die Eigentümer mit 100 Millionen billig davon. Wenn er sie denn nimmt.